Die Situation

Wenn sich zwei erwachsene Menschen kennen und lieben lernen, treffen sie oft irgendwann die Entscheidung, gemeinsam ein Kind zu bekommen. Manchmal entsteht ein Kind aber auch ungeplant, sodass sich die werdenden Eltern dann überlegen müssen, wie es weitergehen soll. In einigen Fällen möchte eine Elternteil nichts mit dem Kind zu tun haben, meistens jedoch möchten beide Elternteile Kontakt zum Kind und Mitsprache in der Erziehung haben.

Können die Eltern trotz einer Trennung gut miteinander umgehen, findet sich meist schnell eine Einigung, bei der es dem Kind gut geht. Ist dies jedoch, wie in den meisten Fällen, nicht der Fall, entsteht ein Streit zwischen den Eltern, unterstützt von Jugendämtern, Anwälten und Richtern. Je nach Situation werden unterschiedliche Entscheidungen getroffen, meist in Form des Wechsel- oder des Residenz-Modells.

Spätestens ab dem Zeitpunkt, zu dem das Kind schulpflichtig wird, eigentlich aber bereits während der Kindergartenzeit, ist das Wechsel-Modell nur realisierbar, solange die beiden Elternteile in der Nähe der Schule (bzw. des Kindergartens) wohnen. Bei diesem Modell wohnt das Kind zu festgelegten Teilen abwechselnd bei beiden Elternteilen. Dabei gibt es verschiedene Varianten: eine ganze Woche bei jedem Elternteil mit Wechsel immer am gleichen Wochentag oder jeweils eine halbe Woche bei jedem Elternteil (Wechsel Mittwoch und am Wochenende) oder auch eine ungleiche Aufteilung, z.B. aus beruflichen Gründen der Eltern, z.B. 8 Tage bei dem einen und 6 Tage bei dem anderen Elternteil.Für alle Fälle, in denen das Wechsel-Modell nicht möglich oder auch nicht gewünscht ist, z.B. weil ein Elternteil in Vollzeit und der andere in Teilzeit oder gar nicht arbeitet oder weil die Elternteile in zu großer Entfernung voneinander wohnen, dass eine Schule „in der Mitte“ zwischen ihren Wohnorten erreichbar wäre, gibt es das Residenz-Modell. Hierbei verbringt das Kind alle Werktage und jedes zweite Wochenende bei einem Elternteil (in den meisten Fällen bei der Mutter) und entsprechend alle zwei Wochen die Wochenenden bei dem anderen Elternteil. 

Alle Varianten beider Modelle haben normalerweise die gleichmäßige Aufteilung der Schulferien und der Feiertage auf beide Elternteile gemeinsam.

Was all diesen gut gemeinten Vorschläge, Varianten und Modelle gemeinsam haben, ist, dass es für das Kind ein ewiges hin und her zwischen Bezugspersonen, Wohnorten und Umfeldern bedeutet. Und dazu werden die Kinder selber nicht befragt, wie es ihnen am Liebsten wäre! Natürlich kann ein Kleinkind das nicht oder kaum überblicken und daher nicht qualifiziert sagen, was es gerne hätte. Und natürlich wird meist ab einem bestimmten Alter auf die Kinder gehört, wenn sie sich dann gegen die eine oder andere Variante aussprechen. Aber diese Probleme sind ja nicht neu! Inzwischen sind sehr viele Kinder so groß, z.T. schon erwachsen, die in solchen und ähnlichen Situationen leben oder gelebt haben. Diese Teenager und Erwachsenen kann man befragen, wie ihnen ihr Lebensmodell gefallen hat. Und in fortgeschrittenem Alter können sie auch ganz ehrlich ihre Meinung sagen, ohne sich Sorgen zu machen, dass ein Elternteil sie deswegen „nicht mehr lieb hat“.Und zur Sicherheit erfolgt die Veröffentlichung der eingesandten Meinungen nur bei Zustimmung des Absenders und dann auch anonymisiert.

Dafür soll diese Seite da sein! Liebe „Trennungskinder“ – egal wie alt Ihr heute seid: schreibt mir, wie Ihr lebt bzw. gelebt habt und wie Euch das gefallen hat! Ihr helft damit vielleicht, kleinen Kindern eine Stimme zu geben, damit Eltern, Jugendämter, Anwälte und Richter in Zukunft vielleicht wirklich mal „zum Wohle der Kinder“ entscheiden…

Natürlich haben auch Mütter und Väter Rechte! Natürlich werden auch sie nicht selten ungerecht behandelt oder auch nicht erhört! Daher bekommen auch sie hier Gehör.

Vielen Dank bereits hier an alle, die mir über den Kontakt schreiben!

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